Noten im Arbeitszeugnis: So erkennen Sie Ihre Bewertung
Das Arbeitszeugnis verwendet eine versteckte Notenskala von 1 bis 6. Lernen Sie, Ihre eigene Note zu erkennen.
Welche Noten gibt es im Arbeitszeugnis? Das Arbeitszeugnis verwendet eine versteckte Notenskala von 1 bis 6, ausgedrückt durch codierte Formulierungen. Note 1 (sehr gut): „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit". Note 2 (gut): „stets zu unserer vollen Zufriedenheit". Note 3 (befriedigend): „zu unserer vollen Zufriedenheit". Note 4 (ausreichend): „zu unserer Zufriedenheit". Note 5 (mangelhaft): „hat sich bemüht". Die Mehrheit der Zeugnisse (ca. 55–65 %) liegt bei Note 2–3.
Die versteckte Notenskala im Arbeitszeugnis
Arbeitszeugnisse enthalten keine offenen Noten wie "Note 2" oder "befriedigend". Stattdessen werden Bewertungen durch codierte Formulierungen ausgedrückt, die einer Skala von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend) entsprechen.
Diese Praxis hat sich entwickelt, weil Zeugnisse laut Gesetz "wohlwollend" formuliert sein müssen. Arbeitgeber haben daher eine eigene Sprache entwickelt, die positiv klingt, aber klare Abstufungen enthält.
Die Notenskala im Überblick
Sehr gut
Herausragend, übertrifft alle ErwartungenSchlüsselbegriffe:
- "stets zu unserer vollsten Zufriedenheit"
- "ausserordentlich"
- "hervorragend"
- "vorbildlich"
Häufigkeit: Nur ca. 10-15% aller Zeugnisse
Gut
Überdurchschnittlich, übertrifft die AnforderungenSchlüsselbegriffe:
- "stets zu unserer vollen Zufriedenheit"
- "sehr gut"
- "einwandfrei"
- "jederzeit"
Häufigkeit: Ca. 25-30% aller Zeugnisse
Befriedigend
Durchschnitt, entspricht den AnforderungenSchlüsselbegriffe:
- "zu unserer vollen Zufriedenheit" (ohne stets!)
- "stets zu unserer Zufriedenheit"
- "gut"
Häufigkeit: Ca. 30-35% aller Zeugnisse
Ausreichend
Unterdurchschnittlich, gerade noch akzeptabelSchlüsselbegriffe:
- "zu unserer Zufriedenheit" (ohne jede Steigerung!)
- "insgesamt"
- "korrekt" (beim Verhalten)
Häufigkeit: Ca. 15-20% aller Zeugnisse
Mangelhaft
Unzureichend, erfüllt Anforderungen nichtSchlüsselbegriffe:
- "im Großen und Ganzen"
- "hat sich bemüht"
- "im Wesentlichen"
- "im Allgemeinen"
Häufigkeit: Ca. 5-10% aller Zeugnisse
Ungenuegend
Völlig unzureichend, schwerwiegende MängelSchlüsselbegriffe:
- "hat sich bemüht, den Anforderungen gerecht zu werden"
- "zeigte Interesse"
- "war bestrebt"
Häufigkeit: Sehr selten (< 5%)
So finden Sie Ihre Note heraus
Suchen Sie die Leistungszusammenfassung
Die wichtigste Stelle ist die zusammenfassende Leistungsbeurteilung, meist in der Mitte des Zeugnisses. Suchen Sie nach "...zu unserer...Zufriedenheit".
Achten Sie auf "stets" und Steigerungen
Das Wort "stets" ist entscheidend! "Stets zu unserer vollen Zufriedenheit" (Note 2) ist deutlich besser als "zu unserer vollen Zufriedenheit" (Note 3).
Prüfen Sie die Schlussformel
Fehlen Dank und Zukunftswünsche? Werden diese nur kurz erwähnt? Die Schlussformel verstärkt oder relativiert die Gesamtnote.
Achten Sie auf Auslassungen
Was NICHT im Zeugnis steht, kann genauso wichtig sein. Fehlende Standardelemente werden oft als negativ gewertet.
Welche Note ist "normal"?
Studien zeigen, dass die durchschnittliche Note in deutschen Arbeitszeugnissen bei etwa 2,0 bis 2,3 liegt. Das bedeutet:
- Note 1 oder 2 wird von den meisten Personalern als gut angesehen
- Note 3 ist bereits durchschnittlich - kann bei Bewerbungen problematisch sein
- Note 4 oder schlechter ist ein ernstes Warnsignal
Wenn Ihr Zeugnis unter der "sehr guten" oder "guten" Bewertung liegt, sollten Sie eine Nachbesserung in Betracht ziehen.
Schnell-Check
Finden Sie Ihren Schlüssel-Satz:
- "stets vollste" = 1
- "stets volle" = 2
- "volle" oder "stets zufrieden" = 3
- "zur Zufriedenheit" = 4
- "im Großen und Ganzen" = 5
- "bemüht" = 6
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