Geheimcodes im Arbeitszeugnis entschlüsseln
"War stets gesellig" klingt positiv - bedeutet aber Alkoholprobleme. Entdecken Sie die versteckten Botschaften in Arbeitszeugnissen.
Was sind Geheimcodes im Arbeitszeugnis? Geheimcodes sind versteckte negative Botschaften in Arbeitszeugnissen, die harmlos klingen, aber von Personalern als Warnung verstanden werden. Beispiele: „war stets gesellig" deutet auf Alkoholprobleme hin, „hat sich bemüht" bedeutet Anforderungen nicht erfüllt (Note 5–6), „zeigte Verständnis für die Arbeit" heißt, die Person hat nicht gearbeitet. Solche Codes sind nach BAG-Rechtsprechung unzulässig – Betroffene haben Anspruch auf Änderung.
Warum gibt es Geheimcodes?
Arbeitgeber dürfen laut Gesetz keine offenen negativen Aussagen in Zeugnisse schreiben. Gleichzeitig wollen sie nachfolgende Arbeitgeber warnen. Die Lösung: Codierte Formulierungen, die harmlos klingen, aber von Personalern verstanden werden.
Diese Praxis ist rechtlich umstritten, aber weit verbreitet. Wer die Codes nicht kennt, kann böse Überraschungen erleben.
Die 15 wichtigsten Geheimcodes
Wahre Bedeutung: Alkoholprobleme oder unangemessenes Verhalten
Einer der bekanntesten Geheimcodes. "Gesellig" hat im Zeugnis nichts verloren - es sei denn, man will etwas andeuten.
Wahre Bedeutung: Hat nicht gearbeitet, sondern nur zugeschaut
"Verständnis zeigen" bedeutet, dass keine eigene Leistung erbracht wurde.
Wahre Bedeutung: Hat die Anforderungen NICHT erfüllt (Note 5-6)
Der bekannteste aller Codes. Wer sich "bemüht" hat, hat das Ziel nicht erreicht.
Wahre Bedeutung: Hat mehr geredet als gearbeitet
Beliebtheit bei Kollegen gehört nicht in ein Zeugnis - ausser man will mangelnde Arbeitsleistung andeuten.
Wahre Bedeutung: War sehr langsam, hat wenig geschafft
Uebertriebene Genauigkeit ohne Erwähnung von Effizienz bedeutet: Arbeitet zu langsam.
Wahre Bedeutung: Puenktlichkeit war das Einzige, was positiv war
Wenn Puenktlichkeit der einzige positive Aspekt ist, fehlt es offensichtlich an anderen Qualitäten.
Wahre Bedeutung: Diebstahl, Betrug oder ähnliches Fehlverhalten
Wenn jemand "im Interesse des Unternehmens" handelte, war es nicht im Interesse des Mitarbeiters.
Wahre Bedeutung: Hat die Aufgaben nie beherrscht
"Gelegenheit haben" heisst nicht, dass man sie genutzt hat. Ein klares Warnsignal.
Wahre Bedeutung: War faul, hat nichts geleistet
Verständnis zu zeigen ist keine Leistung. Hier wird fehlende Arbeit verschleiert.
Wahre Bedeutung: Alkoholprobleme, hat andere zum Trinken animiert
Eine Steigerung des "gesellig"-Codes. Noch deutlicher auf Alkohol bezogen.
Weitere versteckte Codes
Sind Geheimcodes erlaubt?
Nein! Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung sind versteckte negative Aussagen in Arbeitszeugnissen unzulässig. Das Bundesarbeitsgericht hat klargestellt, dass Zeugnisse klar und verständlich formuliert sein müssen.
Das Problem: Man muss die Codes erst erkennen und beweisen, dass sie negativ gemeint sind. Viele Arbeitnehmer ahnen nicht, was in ihrem Zeugnis steht.
Schnell-Check
Diese Wörter sind Warnsignale:
- "gesellig" = Alkohol
- "bemüht" = versagt
- "Interesse" = faul
- "Verständnis" = nicht gearbeitet
- "Gelegenheit" = nicht gelernt
- "im Großen und Ganzen" = mangelhaft
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